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Wer hätte das gedacht: Städte- und Gemeindebund verlässt sich auf @Bild – und ist verlassen

Im Grunde ist es klar. Wir werden noch ein bisschen warten müssen, bis alle durchgeimpft sind und die Gemüter kochen ohnehin schon über wegen der Pandemie. Da ist es umso schleierhafter, warum der Städte- und Gemeindebund Daten von Bild übernimmt und ungeprüft veröffentlicht.

Was von der Bild kommt, muss man prüfen. Dann muss man schauen, ob in Zeitungen und Online-Medien dazu auch was steht. Steht dort auch was dazu, vergleicht man die Inhalte und nimmt dann die, die nicht von Springer kommen. Das ist der normale Weg bei Recherche von Informationen.

Steht eine Information nur in Bild, dann lacht man, knüllt das Blatt zu einem kleinen Ball zusammen und übt, damit die Rundablage für Altpapier zu treffen.

Jeder weiß das. Je-der!

Umso erstaunlicher ist es, dass der Deutsche Städte- und Gemeindebund Daten von Bild nimmt, eine Grafik daraus macht und veröffentlicht. Ungeprüft. Eine Grafik, die dann für Unruhe sorgt, weil sie besagt, dass die letzte Gruppe, Gruppe 6, die nicht Risikopatienten unter 60, erst ab Dezember 2021 geimpft werden können.

Sie war ähnlich wie die hier im Beitrag oben, die der DStGB jetzt mit Quellenangabe “Ständige Impfkommission” nachschob, nur war sie zusätzlich mit Datumsangaben versehen. Gruppe 6, das ist die größte Gruppe, die zu impfen ist, 45 Millionen Menschen, erst ab Dezember 2021…

Natürlich machte die Grafik mit den falschen – weil nicht verifizierbaren – Daten der Bild sehr schnell die Runde in sozialen Medien. Wir könnten jetzt eine Reihe von Tweets verlinken, die die Info teilten – und sich hinterher korrigierten, weil der DStGB sich von der eigenen Grafik. distanzierte. Aber stellvertretend tut es ein Tweet.

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Außer vielleicht, dass es wohl mehrere Versionen gibt, eine mit info.bild.de als Quelle, eine ohne.

Naja. Der DStGB hat Mist gebaut, es eingesehen und sich distanziert. Es wurde korrigiert und der DStGB gibt sich ein bisschen zerknirscht.

Aber eines ist auch sicher: die Grafik ist im Umlauf. Und sie wäre auch für den internen Gebrauch nicht tauglich gewesen.

Ein bisschen mehr Sorgfalt sollte man nicht nur in diesen Zeiten, sondern generell erwarten können.

Sorgfalt nicht von Twitter-Usern, die das dann in der Annahme teilen, dass die Daten gesichert sind und sich dann mühen das aufzuklären. Nein, Sorgfalt im Umgang mit Daten im Internet von denjenigen, die sie zuerst veröffentlichen. Man möchte ja nicht in einer Reihe mit den AfD-Fakern stehen… Bild von 2019…

Wir veröffentlichen die Grafik, die auf Hoch”rechnungen” der Bild basiert nicht erneut. Wahrscheinlich haben die die Daten gehomburgt oder sowas.

Aber wann um alles in der Welt werden die Menschen die Medienkompetenz entwickeln, die es braucht zu erkennen, dass der Springer-Verlag keine zuverlässige Quelle ist.

Menno.

2 Antworten auf „Wer hätte das gedacht: Städte- und Gemeindebund verlässt sich auf @Bild – und ist verlassen“

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